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Wirtschaft

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Stand: Februar 2018

Wirtschaftsstruktur

Die Wirtschaft des Senegal mit seinen ca. 15 Millionen Einwohnern wird von den Bereichen Landwirtschaft, Bauwirtschaft, Fischerei und Dienstleistungen dominiert. Fast 80 Prozent der Beschäftigten sind in der Landwirtschaft tätig. Der wichtigste Wachstumsbereich ist der Dienstleistungssektor (Finanzwesen, Telekommunikation und Immobilien). Der informelle Sektor trägt über 60 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Über 60 Prozent der Wirtschaftsaktivitäten des Landes konzentrieren sich auf den Großraum der Hauptstadt Dakar.

2016 lag das wirtschaftliche Wachstum bei 6,6 Prozent, die Inflationsrate bei 1,6 Prozent. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von ca. 960 US-Dollar gehört Senegal zur Gruppe der Least Developed Countries (LDC). Der Anteil der in Armut lebenden Menschen wird auf über 40 Prozent geschätzt.

Die Produktivität der Landwirtschaft und des Fischereisektors ist gering. Die Landwirtschaft wird nicht selten von Klein- und Kleinstbetrieben oder wenig leistungsfähigen Kooperativen getragen, die noch traditionelle Techniken einsetzen. Die Elektrifizierung des ländlichen Raums, der Ausbau der Transportinfrastruktur und die Einrichtung von Kühlketten sollen hier die Marktsituation verbessern.

Vor der Küste Senegals wurden Erdöl- und Erdgasfunde gemacht, die in den kommenden Jahren von ausländischen Öl- und Gasunternehmen erschlossen werden sollen und Senegal unabhängiger von Erdölimporten machen würden.

Der Telekommunikationssektor trägt mittlerweile zu etwa 10 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Der Bankensektor wird von ausländischen, insbesondere marokkanischen und französischen, Banken dominiert.

Internationale Verflechtung, Außenhandel und Investitionen

Senegal gehört der Union Economique et Monetaire Ouest-Africaine (UEMOA) an, die den Franc de la Communauté Financière d'Afrique (FCFA) als gemeinsame Währung hat. Die in Dakar ansässige westafrikanische Zentralbank (Banque centrale des Etats de l’Afrique de l’Ouest, BCEAO) ist für Geldpolitik und Geldversorgung der UEMOA-Länder zuständig und führt die Bankenaufsicht. Die Prioritäten ihrer Geldpolitik sind die Kontrolle der Inflation und die Bewahrung der festen Bindung des FCFA an den Euro (festgelegter Wechselkurs: 1000 FCFA entsprechen 1,52 EUR). Die französische Zentralbank garantiert den festen Wechselkurs des FCFA zum Euro, die BCEAO ist im Gegenzug dazu verpflichtet, 50 Prozent ihrer ausländischen Reserven bei der französischen Zentralbank zu hinterlegen.

Das Leistungsbilanzdefizit Senegals belief sich 2016 auf circa 865 Millionen Euro, was 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Dieser Wert lag 2014 noch bei 10 Prozent. Das Haushaltsdefizit betrug 2016 etwa 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, die Gesamtverschuldung des Landes liegt bei ca. 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Senegal verzeichnete 2016 ein Außenhandelsdefizit von ca. 18 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Grund dafür sind die gestiegenen Einfuhren von Erdöl, Maschinen und Fahrzeugen. Zudem sind importierte Nahrungsmittel (z.B. aus Nordafrika, Türkei) teilweise immer noch preisgünstiger als die eigenen Produktionen. Zu den wichtigsten Exportländer für Senegal zählen Mali, die Schweiz, Indien, die Côte d’Ivoire und China. Hauptlieferländer der Importe sind Frankreich, China, Nigeria, Indien und die Niederlande. Insgesamt betrachtet ist der größte Handelspartner Senegals die Europäische Union (mit rund einem Drittel des Außenhandels). Senegal profitiert von der „Everything but Arms“-Regelung der EU, die der Gruppe der Least Developed Countries einen uneingeschränkten Zugang zum EU-Binnenmarkt ermöglicht.

Im Ranking des Doing Business Report 2017 der Weltbank steht Senegal auf Platz 147 von 190 bewerteten Ländern. Zu den wesentlichen Investitionshemmnissen zählen laut Weltbank ein kompliziertes Landrecht, ein überregulierter Arbeitsmarkt, schlechte Transportwege sowie eine unzureichende Energieversorgung. Seit 2014 bildet der "Plan Sénégal Emergent" die Grundlage für die Modernisierung der senegalesischen Wirtschaft, geplant ist der Aus- und Aufbau der Infrastruktur.

Weitere Informationen

Senegal ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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