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Wirtschaft

Artikel

Stand: September 2018

Wirtschaftsstruktur

Die Wirtschaft des Senegal mit seinen mehr als 15 Millionen Einwohnern wird von den Bereichen Landwirtschaft, Bauwirtschaft, Fischerei und Dienstleistungen dominiert. Fast 80 Prozent der Beschäftigten sind in der Landwirtschaft tätig. Der wichtigste Wachstumsbereich ist der Dienstleistungssektor (Finanzwesen, Telekommunikation und Immobilien). Die Wirtschaft wird dominiert von Kleinst- und Kleinunternehmen (99 Prozent), der allergrößte Teil davon  liegt im informellen Sektor. Der informelle Sektor trägt über 60 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Über 60 Prozent der Wirtschaftsaktivitäten des Landes konzentrieren sich auf den Großraum der Hauptstadt Dakar.

2017 lag das wirtschaftliche Wachstum bei 7,2 Prozent, die Inflationsrate lag in den vergangenen Jahren konstant unter zwei Prozent. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von ca. 1.000 US-Dollar gehört Senegal zur Gruppe der Least Developed Countries (LDC). Der Anteil der in Armut lebenden Menschen wird auf über 40 Prozent geschätzt.

Die Produktivität der Landwirtschaft und des Fischereisektors ist gering. Die Landwirtschaft wird nicht selten von Klein- und Kleinstbetrieben oder wenig leistungsfähigen Kooperativen getragen, die noch traditionelle Techniken einsetzen. Die Elektrifizierung des ländlichen Raums, der Ausbau der Transportinfrastruktur und die Einrichtung von Kühlketten sollen hier die Marktsituation verbessern.

Vor der Küste Senegals wurden Erdöl- und Erdgasfunde gemacht, die von ausländischen Öl- und Gasunternehmen erschlossen werden sollen. Hiervon erhofft sich Senegal erhebliche Steuereinnahmen sowie  Impulse für Wirtschaft und Beschäftigung. Nach aktueller Planung soll die Gasförderung im Jahr 2021 beginnen.

Der Telekommunikationssektor trägt mittlerweile zu etwa 10 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Der Bankensektor wird von ausländischen, insbesondere marokkanischen und französischen, Banken dominiert.

Internationale Verflechtung, Außenhandel und Investitionen

Senegal gehört der Union Economique et Monetaire Ouest-Africaine (UEMOA) an, die den Franc de la Communauté Financière d'Afrique (FCFA) als gemeinsame Währung hat. Die in Dakar ansässige westafrikanische Zentralbank (Banque centrale des Etats de l’Afrique de l’Ouest, BCEAO) ist für Geldpolitik und Geldversorgung der UEMOA-Länder zuständig und führt die Bankenaufsicht. Die Prioritäten ihrer Geldpolitik sind die Kontrolle der Inflation und die Bewahrung der festen Bindung des FCFA an den Euro (festgelegter Wechselkurs: 1000 FCFA entsprechen 1,52 EUR). Die französische Zentralbank garantiert den festen Wechselkurs des FCFA zum Euro, die BCEAO ist im Gegenzug dazu verpflichtet, 50 Prozent ihrer ausländischen Reserven bei der französischen Zentralbank zu hinterlegen.

Das Haushaltsdefizit sinkt seit mehreren Jahren, betrug 2017  etwa 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, die Gesamtverschuldung des Landes hingegen steigt seit mehreren Jahren spürbar und lag 2017 bei  63,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2014: 56,9 Prozent). Ein Grund dafür sind die gestiegenen öffentlichen Investitionen im Rahmen der senegalesischen Entwicklungsstrategie „Plan Sénégal Emergent“.

Senegal verzeichnete 2017 ein Außenhandelsdefizit von über 18 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Grund dafür sind die gestiegenen Einfuhren von Erdöl, Maschinen und Fahrzeugen. Zudem sind importierte Nahrungsmittel (z.B. aus Nordafrika, Türkei) teilweise immer noch preisgünstiger als die eigenen Produktionen. Zu den wichtigsten Exportländern Senegals zählen Mali, Schweiz, Indien, Côte d’Ivoire und China. Hauptlieferländer der Importe sind Frankreich, China, Nigeria, Indien und die Niederlande. Insgesamt betrachtet ist der größte Handelspartner Senegals die Europäische Union (mit rund einem Drittel des Außenhandels). Senegal profitiert von der „Everything but Arms“-Regelung der EU, die der Gruppe der Least Developed Countries einen uneingeschränkten Zugang zum EU-Binnenmarkt ermöglicht.

Im Ranking des Doing Business Report 2018 der Weltbank steht Senegal auf Platz 140 von 190 bewerteten Ländern. Zwar konnte sich Senegal infolge von Reformbemühungen in den letzten Jahren verbessern, liegt aber weiterhin im unteren Drittel der Rangliste. Zu den wesentlichen Investitionshemmnissen zählen laut Weltbank ein kompliziertes Landrecht, ein überregulierter Arbeitsmarkt, schlechte Transportwege sowie eine unzureichende Energieversorgung. Seit 2014 bildet der „Plan Sénégal Emergent„ die Grundlage für die Modernisierung der senegalesischen Wirtschaft, geplant ist der Aus- und Aufbau der Infrastruktur.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Senegal ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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